Positionspapier
Für Menschenrechte, Demokratie und Vielfalt
Das vorliegende Positionspapier wurde von schwäbischen Stadt-und Kreisjugendringen sowie dem Bezirksjugendring Schwaben in Zusammenarbeit erstellt. Im folgenden Text wird daher die Formulierung „Wir“ verwendet.
Stand: 16.01.2026
Präambel
Wir verstehen uns als Zusammenschluss junger Menschen und Jugendorganisationen, die sich für eine demokratische, vielfältige und solidarische Gesellschaft einsetzen. Unser Engagement basiert auf universellen Menschenrechten, der Gleichwertigkeit aller Menschen sowie dem Schutz und der Förderung junger Menschen.
Extremismus – ob in Form von Ideologien, Sprache, Handlungen oder Organisationsstrukturen – widerspricht diesen Grundsätzen fundamental. Wir bekennen uns daher unmissverständlich zu einer klaren Haltung gegen jede Form von Extremismus.
Die Jugendringe wurden 1947 nach dem zweiten Weltkrieg als Antwort auf die Gleichschaltung im Dritten Reich gegrndet und sind bis heute ein Schutzmechanismus zur Sicherstellung von Pluralität, demokratischen Prinzipien und Freiheit. Den Jugendringen kommt in Zeiten gesellschaftlicher, politischer Umbrche besondere Bedeutung zu.
Dieses Positionspapier gilt gleichermaßen für ehrenamtliche wie hauptberufliche Mitarbeiter:innen der Kreis-und Stadtjugendringe sowie des Bezirksjugendring Schwaben.
1. Wertegrundlage der Jugendringe
Wir nehmen gerade jetzt in unserer Gesellschaft Strmungen wahr, die unsere gemeinsamen Werte, welche im Grundgesetz verankert sind, zunehmend in Frage stellen. Demokratiefeindliche, menschenverachtende und extremistische Haltungen, Aussagen und Handlungen werden normalisiert und verbreitet. Dabei werden gezielt junge Menschen angesprochen. Diesen treten wir entschieden entgegen.
1.1 Für Menschenrechte und Menschenwürde
Unteilbare Menschenrechte sind Grundpfeiler unseres Handelns. Jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit, Sicherheit, körperliche Unversehrtheit, Meinungsfreiheit, Gleichbehandlung und gesellschaftliche Teilhabe. Wir treten aktiv dafür ein, dass diese Rechte in allen Bereichen der Jugendarbeit geachtet, vermittelt und gelebt werden.
1.2 Für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
Wir stärken demokratische Bildungsprozesse, fördern Partizipation und Gleichwertigkeit und unterstützen alle jungen Menschen darin, sich aktiv in demokratische Strukturen einzubringen. Demokratie bedeutet für uns: Vielfalt anzuerkennen und als gesellschaftlich bereichernd zu erkennen, Gleichberechtigung zu fördern, Minderheiten zu schützen und gesellschaftliche Konflikte friedlich und fair zu lösen.
1.3 Für Vielfalt und Inklusion
Jugendarbeit lebt von der Vielfalt aller jungen Menschen. Herkunft, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung, Identität, Beeinträchtigung oder sozialer Status dürfen niemals Grund für Ausgrenzung sein. Auf Grundlage unseres Schutzauftrages gestalten wir unsere Angebote offen und barrierearm und stellen uns klar gegen jegliche Art von Diskriminierungen.
2. Unsere Haltung zu Extremismus
2.1 Ablehnung von extremen Ideologien
Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, autoritäre Weltbilder, Sexismus, Menschenfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit und die Ablehnung demokratischer Grundprinzipien lehnen wir konsequent ab, genauso wie extreme Ideologien, deren Verharmlosung, sowie jegliche Art von Diskriminierung.
2.2 Keine Neutralität gegener Menschenfeindlichkeit
Neutralität gegenüber Extremismus bedeutet Unterstützung durch Schweigen. Wir beziehen klar Stellung: Gegen Hass, Ausgrenzung, sowie Negierung und Umdeutung der Geschichte. Wir benennen extremistische Positionen als solche und setzen uns aktiv für Aufklärung ein.
2.3 Schutzräume für junge Menschen
Unsere Einrichtungen, Veranstaltungen und digitalen Räume sollen Orte der Sicherheit und Zugehörigkeit sein. Extremistische Aktivitäten, Propaganda oder Rekrutierungsversuche werden wir konsequent unterbinden.
Wir arbeiten überparteilich und jugendpolitisch. Politische Neutralität bedeutet nicht Werteneutralität!
3. Handlungsprinzipien für Ehrenamtliche und Hauptberufliche
3.1 Vorbildfunktion leben und Haltung zeigen
Alle Mitarbeitenden der Jugendringe – ehrenamtlich wie hauptberuflich – tragen Verantwortung, menschenrechtsorientierte und demokratische Werte vorzuleben und zu vermitteln. Dies ist der klare Bildungsauftrag in der Jugendarbeit.
3.2 Sensibilisierung und Weiterbildung
Wir fördern kontinuierliche Bildungsangebote zu:
- Extremismusprävention
- Demokratiebildung
- Politische Bildung
- Selbstwirksamkeit
- Diskriminierungskritik
- Diversität, Empowerment und inklusiver Sprache
Ziel ist es, junge Menschen im Umgang mit menschenfeindlichen Situationen zu stärken und zu befähigen, sich für demokratische Werte einzusetzen.
4. Verantwortung nach innen und außen
4.1 Verantwortung innerhalb
Wir akzeptieren kein diskriminierendes oder menschenfeindliches Verhalten. Wir fördern eine offene, respektvolle und solidarische Organisationskultur.
4.2 Verantwortung im öffentlichen Raum
Wir positionieren uns öffentlich gegen extremistische und menschenverachtende Aktivitäten und ermutigen Jugendorganisationen, Gruppen und junge Menschen, sich ebenfalls für demokratische Werte einzusetzen.
4.3 Politische Bildungsarbeit stärken
Wir setzen uns dafür ein, dass politische Bildung als Grundlage einer demokratischen Jugendbeteiligung gesichert und weiterentwickelt wird.
Junge Menschen haben das Recht auf Demokratiebildung, politische Bildung und aktive Mitbestimmung.
5. Unser Auftrag
Wir stehen fest an der Seite aller Menschen, die sich für eine demokratische, offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.
Wir sind uns bewusst: Eine starke Demokratie braucht klare Haltung, kritische Reflexion, Mut und Solidarität.
Wir verpflichten uns, Menschen, die nicht die demokratischen Grundwerte einhalten, bei Veranstaltungen, Diskussionsrunden und anderen Kooperationen nicht willkommen zu heißen.
Wir bieten rassistischen, menschenverachtenden, extremistischen und demokratiefeindlichen Positionen keine Bühne.